Themenreihe Kirche und Leben: Verlorene Generation

Michaela Arlinghaus von Makomm, PR, Text und Coaching
interviewte im Auftrag von Kirche und Leben Menschen, die den Krieg erlebt
hatten, entweder unmittelbar als Zeitzeugen oder indirekt durch die Erlebnisse
der nahen Verwandten. Fachleute sprechen davon, dass es drei Generationen
braucht, um einen Krieg zu verarbeiten.Kirche und Leben lässt im Familienjournal in einer Serie Zeitzeugen, Wissenschaftler, Autoren und die Enkelgeneration zu Wort kommen. Den Anfang macht Clementine Hruschka. Die heute 88-jährige war zu Kriegszeiten 20 Jahre alt und musste sich mit zwei kleinen KIndern durch die die Kriegswirren schlagen. Ihr Mann Karl war einer der ersten, die den Stellungsbefehl erhielten. Erst sieben Jahre später kehrte er nach Münster zu seiner Familie zurück.
Ihre Geschichte:
"Viermal bin ich mit meinen Kindern evakuiert worden, weil auf
Münster die Bomben fielen, aber ich bin immer wieder zurückgekommen. Ich hatte
Heimweh und Angst, dass meine Wohnung in Beschlag genommen wird", Clementine
Hruschka schlug sich als 20-jährige mit zwei kleinen Kindern durch die
Kriegsjahre. Ihr Mann Karl gehörte 1939 zu den ersten, die den Stellungsbefehl
erhielten. Nicht ahnend, wie lange der Krieg dauert, brachte die kleine
Familie, mit Kinderwagen und dem kleinen Sohn an der Hand, den Vater zur
Sammelstelle.
1938 hat die Familie Hruschke noch in der Innenstadt von
Münster gewohnt und ist heute eine der wenigen Zeitzeugen, die die Reichskristallnacht
erlebt haben. Tage zuvor sah sie bereits ein großes Kaufhaus in der Innenstadt in
Flammen stehen. Eine kritische Bemerkung vor Ort brachte sie direkt in
Schwierigkeiten: „Ein uniformierter SA-Mann packte mich am Kragen und wollte
mich mitnehmen. Ich hatte große Angst und sagte ihm, er könne mich nicht
mitnehmen, ich hätte einen kleinen Säugling zu Hause. Erst als sie sich selbst
davon überzeugten, ließen sie mich in Ruhe", erinnert sich die heute
88-jährige. In der Nacht vom 9. auf den 10. November hörte sie in der
Nachbarschaft erneut von einem Brand, dem Brand der Synagoge an der Promenade.
Wieder lief sie hin, die Nachbarin passte auf die Kinder auf. Ganz in der Nähe
arbeitet ihr Mann Karl als Autolackierer bei der Tankstelle Kiffe. Er
berichtete später, dass die SA bei ihnen große Mengen Benzin gekauft hätten.
..."
Lesen Sie den gesamten ersten Teil der Serie
Das Stadtarchiv stellte freundlicher Weise Fotos aus den Kriegsjahren zur Verfügung
Link zum Stadtarchiv Münster
