Ein Touchpoint ist ein Marketingbegriff und lässt sich übersetzen in „Berührungspunkt“. Touchpoints beschreiben jeden Kontakt, den das Unternehmen mit seinen Kunden, Mitarbeitenden, Bewerbern oder anderen Anspruchsgruppen hat. In diesem Beitrag schreibe ich darüber, was Touchpoints im Bewerbungsprozess genau sind und wie Unternehmen mit den richtigen Touchpoints zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für sich gewinnen können.

Touchpoints – wichtige Kontaktpunkte zum Bewerber

Auf der Suche nach geeigneten neuen Mitarbeitenden kennzeichnen Touchpoints wichtige Anknüpfungspunkte für Unternehmen, um interessierte Bewerber für sich zu gewinnen. In Zeiten von Fachkräftemangel reicht es längst nicht mehr aus, eine Anzeige im Lokalblatt zu schalten und aus einer Vielzahl von Bewerbern den richtigen Kandidaten einzustellen. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich immer mehr vom Arbeitgeber- hin zu einem Arbeitnehmermarkt. Darauf müssen Unternehmen reagieren. Am besten mit den richtigen Touchpoints.

Im Bewerbungsprozess bezeichnen Touchpoints Zwischenschritte, um Bewerber an das Unternehmen zu binden. Jeder Kontaktpunkt hat dabei zwei Aspekte. Auf der kognitiven Ebene lernt der Bewerber das Unternehmen kennen, macht sich ein Bild und gewinnt einen Eindruck. Auf der emotionalen Ebene ist der Kontakt mit Gefühlen verbunden. Der Kandidat bewertet, gleicht das Erleben mit seinem Wertesystem ab und entwickelt eine innere Einstellung zum Unternehmen. Im Ergebnis entscheidet er, ob und wie ihm das Unternehmen gefällt

Touchpoints bauen vertrauensvolle Beziehungen zum Unternehmen auf

Allein von der ersten Kontaktaufnahme bis zu dem Punkt, da der potenzielle Kandidat eine Bewerbung schreibt, ist es ein langer Weg. Der Bewerber kann sein Interesse verlieren oder auf ein anderes attraktives Angebot aufmerksam werden. Außerdem ist die Zeit häufig (zu) lang von der Zusage bis zum Stellenantritt. Auch hier wandern Bewerber ab, weil sie am Ende doch noch etwas anderes „besseres“ gefunden haben. Gerade in der Ausbildung klagen immer mehr Arbeitgeber darüber, dass der Kandidat am ersten Arbeitstag gar nicht erst erscheint. Ghosting nennen Personaler dies in Bewerbungsprozessen.

Mögliche Touchpoints im Bewerbungsprozess

Mit den Touchpoints geht es vor allem darum Bewerbungshemmnisse abzubauen durch niederschwellige persönliche und digitale Kontakte. Einige Touchpoint beispielsweise für Auszubildende in sozialen Einrichtungen:

  • Ein Messenger- oder sogar einen Rückruf-Button direkt auf der eigenen Webseite
  • Ein Selbsttest auf der Karriereseite – ist eine Ausbildung in dem Bereich passend für mich?
  • Die Möglichkeit einer unverbindlichen Kurzbewerbung ohne Anschreiben mit Feedbackgarantie
  • Ein Patenprogramm von der Vertragsunterzeichnung bis zum Ende der Probezeit mit Kontaktpunkten, Einladungen, Informationen, etc.
  • Die Einladung, dass Unternehmen jederzeit besuchen zu dürfen – Bei einer Tasse Kaffee lässt es sich leichter sprechen…
  • Abstand von der „formellen“ Standardbewerbung hin zu unkomplizierten Abgabe der Zeugnisse und der gleichzeitigen Einladung zum Gespräch
  • Das Bewerberprofil aus Karrierenetzwerken reicht aus für die Kandidatenauswahl und ermöglicht dem Bewerber mit einem Klick die Bewerbung
  • Akzeptanz einer mobilen Bewerbung per Handy
  • Kürzere konsumierbare Stellenanzeigen in Apps ähnlich handhabbar wie die Partnersuche auf Tinder

Bewerber wünschen sich einen Ansprechpartner, mit dem sie jederzeit in Kontakt treten können, ganz unkompliziert über Messengerdienste – denn viele junge Menschen haben gar keine eigene Email mehr. Und sie möchten dabei nicht auf Rechtschreibfehler achten oder ob sie ihr Gegenüber mit Sie oder Du ansprechen. Manch Personaler bekommt bei diesem Vorschlag durchaus noch Schnapp-Atmung und vergisst allzu leicht, dass sich die Talentwelt auch ohne ihn erfolgreich weiterdrehen wird. Wer sich allerdings als attraktiver Arbeitgeber positionieren und Bewerber positiv auf sich aufmerksam machen möchte, der setzt die richtigen Touchpoints ein.

Mit Touchpoints Bewerber begeistern

In der Regel benötigt der Bewerber mindestens drei Touchpoints vom ersten Kontakt bis zur Bewerbung und genauso viele bis zum 1. Arbeitstag. Beim Einsatz von Touchpoint ist im Vorfeld eine genaue Analyse wichtig:

  • Wie ist der Bewerber auf uns aufmerksam geworden?
  • Was hält ihn ab, sich zu bewerben oder die Stelle anzutreten?
  • Wie können wir dem Bewerber in seinem Entscheidungsprozess begleiten und unterstützen?

Aus den Antworten ergeben sich dann genau die Punkte, an denen es wichtig ist, mit dem Bewerber in Kontakt zu treten und die Beziehung zu festigen. Manchmal kann es hilfreich sein, sich in diesem Prozess durch einen Experten von außen begleiten zu lassen.

Zeitgmäße Touchpoints machen den Unterschied

Weitere wichtige Touchpoint sind Kennenlern-Aktionen wie After-Work-Party, Speed Dating oder ein Infoabend. Vor allem soll das Event Spaß machen und in lockerer Atmosphäre Vertrauen aufbauen. Ansprechende Titellisten in Stellenportalen, aussagekräftige Stellenanzeigen, zeitgemäße Karrierewebseiten, positive Ansprache in den sozialen Netzwerken, direkte Ansprache und aktive Kandidatensuche und vieles mehr sind wichtige Schritte bei der Gewinnung von neuen Mitarbeitenden.

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Hier die Referenz einer zufriedenen Kundin aus der Altenhilfe:

„In den kommenden Jahren befinden wir uns mit neuen Pflege- und Betreuungsformen auf Wachstumskurs. Für diesen Prozess benötigen wir motivierte und engagierte Mitarbeiter. Großen Erfolg und viel positives Feedback, insbesondere von den zahlreichen Bewerbern, hatten wir mit der Ideen von Frau Arlinghaus, die Stellenanzeigen gänzlich neu und persönlicher zu gestalten. Das Entwickeln neuer Texte mit ganz unterschiedlichen Anforderungen ist in unserem Arbeitsalltag intern kaum zu stemmen. Deshalb schätzen wir die Expertensicht durch Frau Arlinghaus und ihre Arbeitsweise flexibel und mit viel Einfühlungsvermögen auf unsere Bedarfe zu reagieren.“

Susanne Bönninghoff, Einrichtungsleitung im Altenheim Friedrichsburg