Im letzten Jahr war ich noch überzeugt, dass es wieder ein Leben ohne Online geben wird.  Präsensveranstaltungen, Treffen mit Freunden, Kinobesuche.  Seit Beginn dieses Jahres komme ich allerdings an Onlineformaten gar nicht mehr vorbei. Die Corona-Maßnahmen werden verlängert und niemand kann sagen, wie sich die Pandemie weiterentwickeln wird. Die soziale Distanz in der ich erneut seit November meinen Alltag verbringe, fordert mich heraus. Hinzu kommt die Notwendigkeit, mein Business von Präsenz in Online zu transformieren. Das sind viele neue Aufgaben und Anforderungen, die ganz unterschiedlichsten Gefühle in mir auslösen. Was ich online gerade treibe und was das mit mir macht, darüber schriebe ich in diesem Beitrag.

Online sichtbar sein mit meinen Blogtexten auf allen Kanälen

Ich war noch nie so viel online, wie aktuell. In diesem Jahr ist mein Motto Sichtbarkeit. Ich zeige mich mit meiner Expertenmarke, in meinem Blog, auf meiner Webseite und in den sozialen Medien. Unterstützt werde ich ein Jahr lang durch Judith Peters von @sympatexter in The Content Society. Mit mir sind es 80 Frauen, gemeinsam haben wir ein Ziel: Bloggen und Teilen von Content. Das heißt, ich schreibe jede Woche Blogbeiträge, sichte täglich die sozialen Kanäle, baue mein Community Management auf, poste Beiträge, treffe mich in Co-Blogging-Meetings, gebe und erhalte Feedback auf Beiträge, lerne Plugins und Tools kennen und kümmere mich um die Optimierung meiner Webseite sowie den Online-Profilen.

Eine Online-Jahresfortbildung mit The Content Society

Ich freue mich riesig über diese Community. Der Austausch ist mir sehr wertvoll und die vielen Tipps lassen mich wachsen, von Woche zu Woche. Ich bin stolz auf mich, weil ich mich in Themen reinfuchse, die mir völlig unbekannt sind. Das positive Feedback bestärkt mich und ich lerne immerzu. Voll motiviert habe ich das Gefühl, endlich etwas zu tun, das mir entspricht. Es ist wie eine Jahresfortbildung und die kostet nun mal Zeit und Energie.

Mein Mantra: Glaube nicht alles, was du denkst

Und manchmal bin ich gestresst, es fordert und verunsichert mich. Aus den geplanten drei Stunden fürs Bloggen des Beitrages, ist mal eben ein Halbtagesjob geworden. Hinzu kommt, dass viele Mitstreiterinnen jünger sind und ich nehme wahr, wie selbstverständlich sie mit englischen Business-Begriffen umgehen und wie leicht ihnen die Umsetzung gelingt. Da muss ich sehr aufpassen, dass aus der Unsicherheit keine Selbstzweifel werden. Ein Satz, den ich mir wie ein Mantra immer wieder sage ist: Glaube nicht alles, was du denkst.

Meine Ausreden und meine Angst online zu gehen

Im letzten Jahr besuchte ich jede Art von Ich-zeige-dir-wie-es-geht-Seminar: Zoomeinführungen, Webinare, Online-Tutorials, Erklär-Videos. Außerdem rüstete ich meine Technik auf mit Kamera, Stativ und Micro, improvisierte Lichtverhältnisse und bat Freunde mit mir Testläufe zu machen. Das hat alles gut geklappt, ich bekam super Rückmeldungen. Aber den wirklichen Sprung in die Tat schob ich immer wieder hinaus. Wieder und wieder hatte ich innerlich etwas auszusetzten und war überkritisch. Ich war überzeugt, ich müsse noch dieses und jenes haben, tun, anschaffen, lernen, kaufen… Alles Ausreden! Tatsache ist, ich habe Onlineängst – diesen Begriff hat Judith mit Content-Ängst ins Leben gerufen und ich adaptiere ihn hier auf meine Angst endlich online zu gehen.

Mein Motto bei allen Ängsten: Fang einfach an und mache deine Erfahrungen

Wie sehe ich überhaupt aus? Meine Haare haben schon Monate keinen Friseur mehr gesehen, meine alte Lesebrille ist nicht entspiegelt, ich sehe auf dem Bildschirm aus wie eine graue Maus. Außerdem komme ich mit der Technik nicht klar, mein Internet ist manchmal nicht stabil und ich habe immer noch nicht die passenden kostenpflichtigen Online-Plattformen. So sieht es aus! Und was hilft da? Etwa bessere Technik, eine teure Brille oder Schminke? Nein! Das einzige, was mich da herausgeholt hat ist: MACHEN. ANFANFEN. AUSPROBIEREN. ERFAHRUNGEN SAMMELN. Und dem stelle ich mich gerade.

In diesem Jahr stelle ich mich meiner Sehnsucht

Genau ein Jahr hat es gedauert, mein Zögern, Zaudern und Zweifeln. Damit ist nun Schluss. Ich lass mich auf die Veränderung ein, frage meine Angst nach ihrer Sehnsucht und biete nun einiges online an:

  • Online-Coachings für meine Klienten
  • Entwicklung eines Online-Konzeptes für Kindertageseinrichtungen zum Thema Personalmarketing und Arbeitgeberattraktivität
  • Online-Seminare für Führungskräfte von Verwaltungen zum Thema Führung, Veränderung, Kommunikation
  • Online-Abnahme von Nachweisen zur Qualifizierung von Führungskräften, die in den gehobenen Dienst aufsteigen möchten
  • Planung eines Online-Tempels für Frauen
  • Mehr Beiträge und Stories in meinen sozialen Profilen

Mein Fazit: Angst kann ein wertvoller Begleiter sein.

Die Angst fragt dich nach deiner Sehnsucht und sie macht uns darauf aufmerksam, dass wir an unsere Grenzen stoßen. Angst lädt uns ein, sich einzulassen auf eine Reise in ein unbekanntes Terrain. Neues wartet auf uns, will erkundet und erobert werden.

Doch zunächst sind wir gestresst, nervös, unsicher, angespannt. Wir haben Zweifel, sind skeptisch, misstrauisch und fühlen uns überfordert. Wir sehnen uns nach einem sicheren Alltag zurück, voller Gewohnheiten und Routinen.

Die Angst schenkt uns genau den Zugang, den wir benötigen, um den Schritt in die Veränderung zu wagen. Wenn wir diese Angst zulassen, erschaffen wir eine Kraft, die uns ins Handeln bringt, Kreativität fördert, Lösungen findet und uns wachsen lässt – über unsere Begrenztheit hinaus.

Wenn auch dich die Angstkraft beschäftigt, lies meinen Beitrag zum Thema.

Bild: pixabay, Monsterkoi