Ein Kurzcoaching eignet sich für Menschen, die für ihren beruflichen und persönlichen Alltag Impulse suchen, die genau JETZT hilfreich sind. Kurz. Knackig. Präzise. Kurzcoaching hat deine Ziele und Stärken immer im Blick und sucht nach praktikablen Lösungen. Spezifische Fragen, Feedback, Expertenwissen sowie Techniken und Hinweise ebnen den Weg für Veränderung. Bei welchen Anlässen ein Kurzcoaching genau das Richtige ist und wann nicht, erfährst du in diesem Beitrag. Außerdem erhältst du Hinweise darauf, wie du einen passenden Coach für dein Kurzcoaching findest.

Fall 1: Marion sucht kollegiales Feedback und Expertentipps

Marion, 50 Jahre alt, ist seit sieben Jahren Soloselbstständig im Personalmarketing. Sie berät Unternehmen bei der Frage, wie es gelingen kann, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Zuhause hat sie sich ein Büro eingerichtet und setzt die meisten Projekte online um. Marion ist in ihrem Tun sehr erfolgreich und zufrieden. Was ihr fehlt, ist der kollegiale Austausch. Manchmal tauchen im Projekt Fragen auf, der Kundenkontakt läuft stockend oder sie sucht nach einer kreativen Idee. So benötigt sie mal eine Anregung oder ein Feedback, um gedanklich einen Schritt weiterzukommen.

Marions Bedürfnisse sind sehr typisch gerade für Soloselbstständige. Freiberufler, Freelancer, Kleinunternehmer rühren allzu oft im eigenen Topf. Es braucht Abstand, um auf das eigene Handeln zu blicken, das führt schnell raus aus der Gedankenspirale hin zu neuen Erkenntnissen. Andere Selbstständige können da sicher eine erste Unterstützung sein und mit Rat zur Seite zu stehen. Allerdings lebt der Netzwerkgedanke vom Geben und Nehmen. Auch ist nicht immer jemand verfügbar, wenn eine Lösung gewünscht ist. Und nicht immer möchten wir uns Zeit für Smaltalk nehmen, sondern schnell wieder an den Schreibtisch kommen.

Ein Kurzcoaching kann da eine gute Wahl sein. Ziele und Zeit im Fokus, stellt der Coach die richtigen Fragen, öffnet den Raum für Reflexion und lässt Expertenwissen in die Beratung einfließen.

Fall 2: Simone sucht Entspannung und praktische Tipps für den Alltag

Simone, 40 Jahre alt, hat drei Kinder und arbeitet halbtags bei einer Versicherung. Sie jongliert zwischen Kindern, Job und Familie hin und her. Ihr Credo: Alles eine Sache der Organisation. Doch Corona hat ihr allzu deutlich vor Augen geführt, dass sie selbst bei all der Arbeit zu kurz kommt. Homeoffice, Homeschooling, Haushalt – die gesamte Care-Arbeit bleibt an ihr hängen. Zu normalen Zeiten hat sie sich immer mal wieder eine Auszeit genommen und mit Freundinnen bei gemeinsamen Unternehmungen aufgetankt. Das fällt nun auch weg. Eines Morgens sitzt sie bereits um 5 Uhr am Schreibtisch – wie so oft in dieser verrückten Zeit, um wenigstens die wichtigsten Arbeiten schon vor dem Wachwerden der Kinder zu erledigen. Einen Moment schaut sie in die aufgehende Sonne und lauscht den Vögeln im Garten, als sie zu weinen beginnt. Sie sehnt sich nach Ruhe, Stille und Nichtstun.

Was Simone dringend benötigt sind kleine Erholungsinseln, Zeit für sich und die Erinnerung an das was ihr wirklich wichtig ist. Nach innen schauen, zur Ruhe kommen und durchatmen. Freundinnen lindern mit ihren gut gemeinten Ratschlägen oft nur kurzfristig. Mit einem Kurzcoaching nimmt Simone sich genau diese ungestörte Zeit. Der Begriff Kurzcoaching mag hier etwas irreführend oder gar falsch erscheinen. Doch kommt es auf die Methoden an. Im Fall von Marion sind es systemische Fragen, die für sie passgenau sind. Im Kurzcoaching mit Simone kommen Körperübungen, Selbsterkundungsfragen und praktische Hinweise für den Alltag zum Einsatz.

Fall 3: Anna sucht eine Sparringspartner:in in ihrer Führungsrolle

Anna ist 45 Jahre alt und seit vielen Jahren Verwaltungsfachangestellte. Innerhalb der Kommune hat sie immer mal wieder den Bereich gewechselt. Von der persönlichen Sprecherin des Bürgermeisters bis hin zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hat sie viele Erfahrungen gemacht. Seit gut zwei Jahren leitet sie die Abteilung Schule, Soziales und Migration mit 160 Mitarbeiter:innen. Anna geht offen und neugierig auf Veränderungen zu und erwartet dies auch von ihren Führungskräften. Ihr Arbeitsalltag ist eng getaktet. Täglich muss sie auf Unvorhergesehenes reagieren und ihr Führungsverhalten anpassen. Über die Jahre hat sie ihre Entwicklungsprozesse durch ein Coaching begleiten lassen, hat also ein hohes Maß Selbstmanagement-Kompetenz.

Anna sucht eine Sparringspartnerin, mit der sie anstehende Entscheidungen, kritische Mitarbeitergespräche und schwierige Sitzungen reflektieren und vorbereiten kann. Ein Kurzcoaching kommt ihrem engen Zeitrahmen sehr entgegen und sie schätzt es, dass ein Coaching auch kurzfristig machbar ist. Sie mag den Austausch auf Augenhöhe, lässt sich gern durch neue Ideen inspirieren und schätzt den Coach in seiner Kompetenz im Thema Führung.

Fall 4: Petra sucht eine Lösung für ihren Konflikt mit der Kollegin

Petra, 37 Jahre, arbeitet Vollzeit in einer sozialen Einrichtung. Seit einem halben Jahr ist eine neue Kollegin ins Team gekommen. Anfänglich war die Zusammenarbeit einwandfrei. Doch neuerdings reagiert die Kollegin allerdings kurz angebunden, grüßt teils am Morgen nicht und äußert sich in Teambesprechungen eher schnippisch. Petra hat das klärende Gespräch immer wieder auf die lange Bank geschoben, merkt allerdings, dass sie sich innerlich zurückzieht und gar nicht mehr gern zur Arbeit geht. Sie gesteht sich ein, dass ihr der Mut fehlt, auf die ältere Kollegin zuzugehen. Sie wünschte sich sehr, dass das Verhältnis wieder das Alte ist. Sie weiß sich keinen Rat, wie sie da einen Schritt weiterkommt und so vergehen weiter die Wochen und Monate.

Petra benötigt Unterstützung, um den Konflikt für sich zu klären. Wo stehe ich selbst, was brauche ich, was ist mir wichtig und was möchte ich an die Kollegin richten. Was ist mein Anteil an der Situation, wie könnte sich die Kollegin fühlen. Petra sehnt sich nach Klarheit in all diesen Fragen. Ein Kurzcoaching ist hier geeignet, weil es sich um einen konkreten Konflikt handelt. Petra kann ihr eigenes Kommunikationsverhalten reflektieren, Missverständnisse analysieren, den Gesprächspartner dabei in den Blick nehmen sowie den eigenen Anteil herausarbeiten.

Quick-Hit für alles? Kurzcoaching versus Coaching

Coaching – so habe ich es in der Rauen Coaching-Ausbildung 2005 gelernt – wird häufig als längerfristige Prozessberatung verstanden, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. Dabei beziehe ich mich auf ein Einzelcoaching. In der Regel vereinbaren Coach und Klient sechs bis zehn Sitzungen zu je 1,5 bis maximal 3 Stunden. Beide entscheiden nach dem kostenfreien Erstgespräch, ob eine Arbeitsbeziehung möglich und eine Zusammenarbeit gewünscht ist. Es beginnt ein zeitlich begrenzter Prozess. Ein verbindlicher psychologischer Vertrag legt den Rahmen wie Zielen, Themen und Vorgehensweise fest.

Coaching ist ein Selbsthilfekonzept unabhängig davon, ob mit längerfristigen Begleitung oder im Kurzcoaching. Es gilt die Selbstkompetenz des Klienten zu stärken und sich als Coach wirksam überflüssig zu machen – Hilfe zur Selbsthilfe.

Michaela Arlinghaus

Nicht immer möchten Menschen in einen tiefergehenden Prozess einsteigen sowie Zeit und Geld investieren. Ein Kurzcoaching dauert in der Regel 1-1,5 Stunden und ist mit einer Sitzung abgeschlossen. Weitere Termine können nach Bedarf und Thema neu vereinbart werden. Mit Hilfe spezifischer Fragen, den Blick auf pragmatische Lösungen, hebt das Kurzcoaching vorhandene Stärken hervor, etabliert gut funktionierende Verhaltensmuster und liefert Hinweise für die Umsetzung im Alltag. Die Hintergründe, die Geschichte hinter der Situation, das Umfeld des Klienten und tiefergehende Prozesse bleiben beim Kurzcoaching außen vor. Ein Kurzcoaching hat einen klaren Rahmen, eine sichere Struktur und ist einfach in der Durchführung.

Ein Kurzcoaching eignet sich bei verschiedenen Anliegen:

  • Eine bestimmte Frage an mich selbst zu meinem Denken und Handeln
  • Eine Lösung für ein Konfliktthema in mir oder im Außen
  • Unterstützung in der Entscheidungsfindung
  • Spirituelle Begleitung für mehr Bewusstheit im Alltag
  • Trainingseinheiten für die Vorbereitung von schwierigen Situationen oder Gespräche
  • Reflexion meiner Führungsrolle und meines Führungsverhaltens

Wann ist ein Kurzcoaching nicht geeignet?

Ein Kurzcoaching erfordert ein hohes Maß Selbstmanagementfähigkeit. Hilfreich ist es, wenn du grundsätzlich bereits Erfahrung hast mit eigenen Selbsterfahrungsprozessen, allerdings ist das keine Voraussetzung.

Wahrscheinlich ist ein Kurzcoaching nicht das Richtige für dich, wenn du:

  • Regelmäßig in bestimmte belastende Situationen gerätst
  • Dein emotionaler Rucksack dich häufig an deine Grenze und in Konflikte bringt
  • Grundsätzlich an deiner beruflichen oder persönlichen Entwicklung arbeiten möchtest
  • Eine psychosomatische oder andere psychische Erkrankung hast
  • Einen langfristigen Strategieplan erarbeiten möchtest
  • Berufliche Neuorientierung suchst und tiefergehende Begleitung suchst

Wie finde ich einen geeigneten Coach für ein Kurzcoaching?

Die Situation, die Person und das Anliegen sollten zu einem Kurzcoaching passen. Ob ein Kurzcoaching grundsätzlich in Frage kommt, lässt sich im Vorgespräch mit dem Coach klären.

Besonders hilfreich ist es, wenn du in deinem Umfeld nach Empfehlungen fragst, auf Datenbanken recherchierst, die Webseiten vergleichst und ein unverbindliches Gespräch erbittest. Beschreib dein Anliegen und deine Wünsche. Frag den Coach, ob er nach einem bestimmten Ansatz vorgeht, welche Methoden er anwendet, welche Qualifikationen er vorweisen kann und wie hoch sein Honorar ist.

Bist du unsicher, ob ein Kurzcoaching für dich das Richtige ist? Dann lass uns ins Gespräch kommen!

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