Intensiv. Kompakt. Praktisch. Ein Workshop kann Kenntnisse vermitteln, eignet sich allerdings insbesondere dazu, etwas Neues zu entwickeln. Das können ein Produkt, Leitlinien für die Zusammenarbeit, Modelle für die Zukunft oder ganz persönliche Erkenntnisse sein. Als Coach moderiere und begleite ich den Prozess. Ich liebe es, Workshops für meine Teilnehmer:innen zu kreieren, besonders die Konzeption und das Arbeiten mit den Teilnehmer:innen selbst. Warum das so ist, beschreibe in diesem Beitrag.

In Workshops reflektieren Teilnehmer:innen ihre Denkweise und erproben neue Handlungsansätze

Ein Workshop unterscheidet sich von Veranstaltungen wie Seminar, Kurs oder Programm vor allem durch die Tiefe an Reflexion. Eine kleine Gruppe von Menschen kommt zeitlich begrenzt zusammen und arbeitet intensiv an praxisorientierten Themen. Kleine Impulse, Übungseinheiten, die Arbeit in Kleingruppen und Austauschrunden wechseln sich ab. Die Teilnehmer:innen reflektieren ihre Denkweisen und vertiefen alternative Handlungsansätze. Workshops eignen sich wunderbar, um gemeinsam an bestimmten Fragen, Konflikte, Lösungen oder Neuerungen zu erarbeiten.

Jeder Workshop ist für mich selbst ein Gewinn und fordert meine Komfortzone

Meine Hauptaufgabe besteht darin, den gesamten Prozess zu gestalten und zu moderieren. Ich bin zuständig für die Dramaturgie: Vom Konzept, der Organisation, der thematischen Struktur, Gestaltung der Einheiten, Moderation der Diskussionen sowie der Visualisierung und Dokumentation der Ergebnisse. Das hört sich nach viel Arbeit an und das ist auch so. Vor den Teilnhmer:innen sieht es dann manchmal so aus, als wenn der Coach ein paar Fragen stellt und am Ende die Ergebnisse zusammenfasst. Was im Hintergrund an Vorbereitung, Arbeit und Erfahrung erforderlich sind, ist oft nicht sichtbar.

Ich liebe vor allem die Konzeptionsphase und die Prozessphase und zwar, weil nicht nur die Teilnehmer:innen lernen, entwickeln, sichtbar werden, sondern auch ich als Coach. Jeder Workshop ist für mich ein Gewinn und fordert meine Komfortzone.

Wenn ich einen Workshop kreiere, lass ich meine Erfahrungen für mich arbeiten

Häufig kommt der Kunde auf mich zu und möchte einen Workshop für seine Mitarbeiter anbieten. In diesem Fall hat der Kunde ein besonderes Ziel vor Augen. Die andere Variante: Ich überlege mir ein Thema und biete es auf dem freien Markt an. Das bedeutet, ich muss mich selbst um die Werbung kümmern. Sobald das Thema steht, geht’s in die Planungsphase.

Zunächst entwickle ich ein Konzept, dafür gehe ich mit dem Thema gedanklich schwanger. Ich benötige Ideen, Inspiration, Zeit und einen freien Geist. Das geht am besten, wenn ich lese, spazieren gehe, koche oder in den Himmel schaue.

In Gedanken stelle ich mir die Teilnehmer:innen vor:

  • Warum sitzen sie in dem Workshop?
  • Was sind Interessen und Bedürfnisse?
  • Wo liegen ihre Befürchtungen?

Mein Hauptanliegen ist die Transformation der Teilnehmer:innen

Wie kann ich die persönliche Entwicklung von neuen Denkmustern und wirksamen Handlungsstrategien bei den Teilnehmer:innen anregen, fördern und stärken? Das ist meine wichtigste Frage. Ich denke mir Übungen und Methoden aus und verbinde Fragen mit Denkanstößen. Manchmal entstehen auf meinen Spaziergängen ganz verrückte Ideen, die ich dann quasi Schritt für Schritt weiterspinne. Zu Hause angekommen, skizziere ich das Wichtigste und schon steht eine Einheit.

Du kannst dir vorstellen, wenn ich einen Workshop kreiere, der zwei Tage umfasst, dann braucht es schon einige Kilometer bis das Konzept steht. Vieles fällt mir allerdings auch in den Schoß, wenn ich koche, dusche oder auf dem Fahrrad sitze. Das war nicht immer so. Zu Beginn meiner Selbstständigkeit dachte ich lange, ich könne durch Fleiß und Disziplin was Gutes kreieren. Mit den Jahren und der Routine von jetzt 20 Jahren als Dozentin hat sich das gewandelt – ich lass meine Erfahrungen für mich arbeiten.

Was mich allerdings nicht davon abhält, mich tief in meine Fachbücher zu vergraben. Dann liegen auf meinem Schreibtisch unzählige Bücher, Artikel, Handouts um ein farbiges Mindmap herum. Diese Zeit der Recherche begrenze ich. Meiner Erfahrung nach schafft ein Mehr an Zeit nicht mehr Produktivität. Daher ertönt nach 1-2 Stunden der Gong meiner Meditations-App. Dann lass ich die Arbeit ruhen und beende diese Phase später mit einem Feinschliff.

Zu einer runden Einheit kombiniere ich passende Erklärungsmodelle, praktische Übungen oder eine ungewöhnliche Fragestellung und einen inhaltlichen Impuls. Diese Phase liebe ich besonders, sie belebt mich, fordert meine Kreativität und stärkt meine Schaffenskraft.

Ich liebe es in Workshops in fragende, erstaunte und irritierte Gesichter zu schauen

Wenn ich Workshops kreiere, achte ich auf Methodenvielfalt. Mein Ansatz beschreibe ich als Integrativ. Ich folge nicht bestimmten Theorien, sondern verbinde Methoden und Modelle zu einer Choreographie, die zum Kunden, dem Anliegen und zu mir passen. Wichtigste Steuerungselemente sind allerdings systemische Fragen, emphatisches Zuhören, abwechslungsreiche Moderationstechniken und die sorgfältige Zusammenführung der Ergebnisse.

Ich liebe es, in die fragenden, erstaunten und manchmal auch irritierten Gesichter zu schauen. Erfolgreiche Workshops zeichnen sich nach meiner Ansicht durch Widerstände, Streitlust, Enthusiasmus und Lebendigkeit aus. Widerstand beispielsweise gehört für mich notwendigerweise in jeden Veränderungsprozess. Unternehmen sollten hellhörig werden, wenn Widerstand ausbleibt, denn dann glaubt niemand an die Umsetzung. Ich halte den Raum, wenn Meinungen auseinandergehen, Emotionen aufkommen und innere Blockaden auftauchen. In einem großen Feld der Transformation ist die Reflexionsebene tief und die persönliche Entwicklung intensiv und nachhaltig.

Tiefe Reflexion im Workshop ist nachhaltig und intensiv

Nicht immer sind alle Teilnehmer:innen gleichermaßen zufrieden und das ist auch vollkommen in Ordnung für mich. Wenn beispielsweise Führungskräfte der Feuerwehr – alles Männer – mit verschränkten Armen und breiter Beinhaltung im Stuhlkreis sitzen, dann schlägt mir auch schon mal Abwehr entgegen. Oder, wenn Teilnehmer:innen erbost die Veranstaltung verlassen wollen, weil sie andere Erwartungen haben, dann bin auch ich als Coach zunächst irritiert. Mir ist es wichtig, mit allen aufkommenden Gefühlen umgehen zu können. Ich kann mir noch so viele Methoden und Ansätze aneignen, wenn mir die emotionale Kompetenz fehlt, dann nützt mir all mein Wissen nichts.

Insgesamt habe ich den Anspruch, dass jeder/e im Workshop eine Kleinigkeit mitnimmt, die für ihn/sie neu, ungewöhnlich, fremd oder erhellend ist.  Manchmal zeigt sich erst viel später, welche Themen, Inhalte oder Fragen noch nachwirken. Wenn ich selbst an Workshops teilnehme, ist es häufig ein ganz bestimmter Satz, den ich noch nach Jahren erinnere.

Ich erlebe Workshops immer bereichernd. Auch ich lerne von den Teilnehmer:innen und erkenne neue Zusammenhänge. Auf dem Heimweg fühle ich mich meist satt, erschöpft und zufrieden.

Bilder: Pixabay-StockSnap

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