Seit einiger Zeit bin ich gestresst. Ich springe morgens aus dem Bett, hechle durch meine Übungen, lass die Mediation ausfallen und sitze mit meinem Getreidebrei bereits am Rechner. Ich schaffe viel, lerne jeden Tag neues und bin voller Freude über die spannenden Themen und Aufgaben. Allerdings falle ich abends erschöpft in meinen Sessel und will nur noch den schlichten Krimi schauen, bevor ich müde ins Bett gehe. Dabei weiß ich genau, dass ich morgens meine Ruhe und Rituale brauche. Das ändert sich mit dieser Woche wieder. Ich singe ein Mantra, darüber schreibe ich in diesem Beitrag

Der Alltagsstress fordert mich und ich falle aus meiner Mitte

Ich bin atemlos, gestresst, mein Herz flattert. Meine Stirn kraus, die Augen verengt, fokussiere ich den Bildschirm und haue die Finger in die Tasten. Deadlines, Zoom-Calls, Challenge-Aufgaben, Textaufträge, Seminarvorbereitungen und nun noch ein neuer Kunde mit ambitioniertem Zeitplan. Mich erwartet eine sehr volle Woche und das ist gefühlt seit Beginn des Jahres so. Und auf der anderen Seite freue ich mich über die neuen Themen, die in mein Leben kommen. Ich bin inspiriert, lerne viel und werde mutiger meine Vision umzusetzen. Aber ich falle aus meiner Mitte.

Abends will ich nichts mehr hören noch sehen, nur der Krimi im Ersten lässt mich runterkommen. Nachrichten schaue ich schon länger nicht mehr, weil ich mich aufrege über die ständig neuen Corona-Maßnahmen. Private Treffen mit Freunden sind quasi seit November nicht vorhanden. Ich stehe früh auf, hechle durch meine Übungen, spüre kaum meinen Atem während der immer kürzer werdenden Meditation und sitze mit meinem Frühstück bereits am Schreibtisch.

Gar nicht gut!

Rituale am Morgen erden mich und lassen mich konzentriert in den Tag starten

In meinem Inneren weiß ich sehr genau, dass ich am Morgen viel Zeit und Ruhe für meine Rituale und meinen Rhythmus brauche. Geerdet in mir, im warmen und bewegten Körper, verbunden mit meinem Atem, bewältige ich mein Tagewerk einfach leichter. Dann bin ich achtsamer mit mir und meinen Grenzen. Und wohltuende bewusste Pausen, frische Mahlzeiten, und meine Spazierrunde sorgen für den nötigen Ausgleich.

Mit dieser Woche nehme ich mir wieder meine Zeit am Morgen.

Meine aktuelle Morgenpraxis: Gemeinsam das Durga Mantra singen

Genau der richtige Zeitpunkt für einen neuen Impuls in meiner Morgenpraxis. In dieser Woche rezitiere ich gemeinsam mit anderen Frauen online in der Weisheitsschule das Durga Mantra. Durga ist eine der wichtigsten Göttinnen im Hinduismus und steht für die mütterliche Schöpferkraft. Häufig wird sie reitend auf einem Tiger dargestellt.

Om Dum Durgayei Namaha

Wir chanten, angeleitet durch @SimoneRita oder allein in unserer Morgenpraxis, das Mantra Om Dum Durgayei Namaha (Om Dum Dur-gah-yie Nahm-ah-hah) 108 Mal. Jede Silbe des Mantras hat im Sanskrit ihre Bedeutung. Doch ein Mantra ist viel wirkungsvoller, als der Verstand es ermessen kann. Die Transformation geschieht durch den Klang des Mantras, der sich in unserem energetischen Körper ausbreitet. Die stetigen Wiederholungen, die Rhythmen und Klangmuster tragen uns in tiefere Dimensionen unseres Seins.

Durga-Statue

Das Mantra ist da wie ein roter Faden, an dem ich mich festhalten kann. Mein Gewahrsam liegt auf meinem Atem und mein Körper ist weich und entspannt.

Gerade am Anfang falle ich immer wieder in mein Gedankenkarussell zurück. Ich plane den Tag, halte wichtige Ideen fest und überlege, was ich zu Mittag kochen könnte. Dann ist es wichtig, dass ich mich mit Sanftheit und Güte zurückhole. Nicht immer gelingt mir das. Es ist ein tägliches Üben. Das Mantra zu singen hilft mir ebenso im Alltag, wenn ich an der Supermarktkasse warte oder spazieren gehe. Dann ist es kürzer, drei oder neun Mal. Ich verbinde mich mit mir und entspanne mich in den Moment hinein.

108 Mal singst du das Mantra still in Gedanken oder leise vor dich hin – eine kleine Anleitung

Setze dich aufrecht hin, wiege deinen Oberkörper sanft hin und her und finde den Punkt der Aufrichtung. Nimm die Verbindung zwischen Becken und Kopfkrone wahr. Bewege das Kinn etwas nach unten, so dass der Nacken entspannt ist. Schließe deine Augen. Du kannst die 108 Mal mit einer Mala zählen, die genau 108 Perlen hat. Wenn du keine zur Verfügung hast, begrenze die Zeit des Chantens mit circa vier Minuten. Ganz so, wie du es in dem Augenblick benötigst. Du kannst es leise singen, in Gedanken oder anderen beim Chanten zuhören – die Qualität ist die gleiche. Achte darauf, dass dein Körper dabei geschmeidig bleibt, du sitzt aufrecht ohne statisch zu sein. Wenn du 108 Mal das Mantra rezitiert hast, dann werde still. Folge deinem Atem und spüre dem Vibrieren in deinem Körper nach. Öffne dich und warte, was kommt. Nach einigen Minuten schließe die Übung mit einem kleinen Dankesgebet für dich ab, atme tiefer, bewege dich und öffne deinen Augen. Manchmal ist es hilfreich, wichtige Einsichten und Gedanken aufzuschreiben.

Der Rhythmus und der Klang des Mantras führen mich in tiefere Dimensionen meines Seins

Es scheint zunächst, als ob wir dieses Mantra einfach „nur“ wiederholen, ohne den tieferen Sinn dahinter zu erfassen. Auch ich empfand es als ein Nachplappern und fragte mich, was das denn nun bewirken soll. Allerdings dauert es einige Zeit, bis das Mantra in uns aktiviert wird. Dieses Wiederholen ist wie eine Stimmgabel, die jede Zelle deines Energiekörpers vibrieren lässt. Nach und nach beginnt sich dein Sein darauf einzustimmen und es öffnen sich tiefere Dimensionen in dir.

Mit dem Mantra rufen wir die Durga-ShaktiEnergie an den Ort in unserem Herzen, der weiß, was wirklich wichtig ist und wozu wir hier sind. Wir feiern den Ort in uns, der bereit ist, die Führung über unser Leben zu übernehmen und klar den eigenen Visionen zu folgen. Tief verwurzelt nähren wir mit dem Mantra die Verpflichtung zu unserer eigenen Wahrheit. Jeden Tag.

In meiner Morgenpraxis verbinde ich mich mit meinem Atem und das erdet mich jeden Tag neu

Mich bringt meine Morgenpraxis in Verbindung mit mir selbst und dem, was für mich an diesem Tag besonders wichtig ist. Die Elemente sind verschieden: Körpergebete, Meditationen, Selbstbefragungen, Bewegungen, Tanz. Allerdings bin ich dabei nicht festgelegt auf eine bestimmte Richtung oder Abfolge. Ich setze mich zunächst auf meinen Platz, zünde eine Kerze an, lass den Gong ertöne und lausche in mich hinein: Was ist es was heute für mich wichtig ist? Meine Morgenpraxis erdet mich. Ich starte ruhig und konzentriert in meinen Alltag.

In diesem Monat wird es Duga sein, mit der ich tiefer praktiziere. Mit der Durga-Energie zu experimentieren füttert meine Vision, erinnert mich an mein Sehnen, meine Träume und Wünsche. Mit dem Mantra nähre ich meine Weisheit darüber, warum ich in diesem Leben und in dieser Welt bin, was für mich wirklich wichtig ist und was zu geben meine Aufgabe ist.

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