Der Mai war für mich ein stressiger Monat. Ich arbeitete so viel, dass kaum Zeit für anderes blieb. Manch spannende Challenge dümpelte vor sich hin, Blogthemen blieben liegen, der Austausch mit der Community reduzierte sich auf`s Minimum und Entspannung fand fast nur auf dem Sofa vor dem Fernseher statt. Ich musste aufpassen, dass ich nicht auf einem ungesunden Stresslevel hängenblieb. Am Ende ist es jedoch ein runder Monat. Ich habe viel gelernt über meine Kundenängst, erfolgreich Seminare abgeschlossen, inspirierende Live-Meetings mit Kunden genossen, mich immer wieder zurück in die Selbstfürsoge gehievt und tolle Ausflüge mit dem Rad in die Natur erlebt. Mein Monatsrückblick Mai:

Eine Auswahl an Bildern, die gut wiederspiegeln, was mich im stressigen Mai gerettet hat: Ostsee-Kurzurlaub, Naturerleben, Ausflüge und meine erste Bio-Kiste.

Neuer Kunde im Mai: Contentängst gepaart mit Kundenängst

Der Mai war etwas stressig, weil neben den üblichen Projekten ein neuer Kunde mit einem Textauftrag und ambitionierten Zeitplan auf mich zukam. Einige Berater aus dem Personalbereich gründen ein Recruting-Unternehmen und suchen eine:n Texter:in, die Webseitentexte schreibt sowie Blogbeiträge und Texte für verschiedene Folder. Also ein wirklich lukrativer Auftrag. Der Kunde kam auf Empfehlung  – ein großes Steuerbüro, für das ich vor Jahren Texte für die Karriereseite schrieb, hatte mich weiterempfohlen. Nach Sichtung der ersten Infos wollte ich den Auftrag zunächst nicht annehmen, hatte Vorbehalte. Ich kann das nicht, mein Stil passt nicht zum Kunden, ich passe nicht zum Kunden, das waren meine anfänglichen Gedanken. Im ersten Telefonat äußerte ich meine Skepsis, dass ich nicht passend für die Anfrage sei. Der Kunde widersprach, er habe auf meiner Webseite gelesen und sei völlig überzeugt, diese Art von Wording passe wunderbar zu seinem Angebot.

Etwas Neues wagen und die Komfortzone verlassen

Am Ende des Monats kann ich sagen, dass war Content-Ängst. Diesen Begriff hat meine Blogmentorin Judith Peters von Sympatexter geprägt und der steht für die Angst vor dem Schreiben. Gemixt mit einer Portion Kunden-Ängst, die Angst, sich auf neue, ungewohnte Kundenkreise einzulassen und routinierte Abläufe zu verlassen. Ein Risiko eingehen, die eigene Komfortzone verlassen, etwas wagen – ein völlig normales Unbehagen vor Veränderungen. Es ist die Angst vor dem Scheitern.

Ich kam nur holperig in den Schreibfluss, schob im Tagewerk immer wieder andere „wichtige“ Aufgaben dazwischen, bis ich mich endlich hinsetzte und schrieb. Bis zur Abgabe meines ersten Entwurfs, bzw. Rückmeldung des Kunden blieb ich unsicher, ob mein Text und der Stil denn wohl gut ankommen würden. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Ich wusste, dass wir beide erfolgreich sein werden. Ich finde die Texte (schon jetzt) wirklich SUPER! Bin total happy damit! In diesem Sinne gerne ein „weiter so“!! Echt klasse!!“ Erst danach entspannte ich mich.

Angst ist ein wertvoller Signalgeber

Was sagt mir das? Zur Veränderung gehört Widerstand. Und Mut ist dabei der Problemlöser. Also nicht derjenige, der keine Angst spürt, ist mutig, sondern derjenige, der sie überwindet. Angst ist ein Signal für mich, die eigene Sicht zu überprüfen, Wahrnehmungen zu reflektieren und alte Muster zu identifizieren. Woran erinnert mich dieses Gefühl von Angst oder Unbehagen? Was an der Situation nehme ich als unangenehm, überfordernd oder überraschend wahr? Was hilft mir in dieser Lage und welche Kompetenzen haben mich früher bereits unterstützt?

Mir wurde wieder einmal bewusst, wie wichtig es ist, zu prüfen, ob das, was ich denke, wirklich wahr ist.

Kommunikationsberatung im Mai: Alteneinrichtungen bei der Bewerbersuche unterstützen

Routiniert, aber nicht weniger spannend, ging es im Mai mit meinen treuen Kunden aus der Altenpflege weiter. Fachkräftemangel ist hier das drängende Thema. Die Pandemie hat die Situation eher verschärft; viele Pflegekräfte steigen aus dem Job aus und wandern in andere Berufsfelder ab. Mit meiner Kommunikationsberatung leiste ich einen kleinen Beitrag. Ich ermutige die Einrichtungen dazu, ungewöhnliche Wege bei der Suche von Mitarbeiter:innen zu gehen und die richtigen Touchpoints zu setzen. Im Mai entwickelten wir gemeinsam im Team beispielsweise Stellenanzeigen, die im DIN-A3-Format in die lokalen Geschäften und Schaukästen oder etwas kleiner in den Autos der Mitarbeiter:innen aushängen. Es ist nicht mehr die teuren Anzeige in der Zeitung, die den Einrichtungen neue Bewerber:innen beschert, es sind die kleinen verschiedenen Maßnahmen, die Aufmerksamkeit erzeugen. Persönliche Ansprache, informelle Einladungen zum Gespräch, Info-Abende mit Erlebnischarakter und aussagekräftige Bild- und Text-Anzeigen.

Auf diese Weise hat die Einrichtung Ende Mai endlich mal wieder Bewerbungen erhalten.

In einer weiteren Einrichtung erstellen wir eine neue Webseite mit dem wichtigen Menüpunkt „Karriere“. Außerdem plant die Einrichtung, auf Instagram sichtbarer zu werden. Im Mai habe ich die Menüstruktur und das redaktionelle Konzept für die neue Internetseite erarbeitet sowie einen Zeitplan und To-do`s erstellt.

Berührt von der großen Wertschätzung für die alten Menschen

Außerdem führte ich im Mai etliche Interviews mit Mitarbeiter:innen eines schwesterlichen Ordensträgers. Aus dem Mischnitt formuliere ich Zitate für die Karriereseite. Ich war sehr berührt von einem jungen Mann aus Nigeria. Er ist erst seit zwei Jahren in Deutschland, ohne seine Familie oder Freunde. Ein Jahr hat er in der Einrichtung ein Praktikum gemacht und dann eine Ausbildung angefangen. Ich war sehr erstaunt, mit wieviel Respekt und Wertschätzung er von den alten Menschen gesprochen hat. Für ihn ist es selbstverständlich, dass die Jungen sich um die Alten kümmern. In seinem Land gibt es keine Einrichtungen, da verbleiben Eltern und Großeltern in der Familie. Mir wurde einmal mehr bewusst, wie wir in den westlichen Ländern mit unseren alten Menschen umgehen – Tod, Krankheit und Alter ist etwas, dass wir auslagern und fern von uns halten.

Urlaub und Ausflüge im Mai: langersehnt und doch anders als gewohnt

Angesprochen auf Coronamüdigkeit äußern sich die meisten Menschen in meinem sozialen Umfeld eher unklar, gleichwohl haben alle gleichermaßen keine Lust mehr auf die Maßnahmen. Allerdings kommt dann sofort hinterher: „eigentlich darf ich mich ja gar nicht beschweren, mir geht es gut, ich bin gesund“ oder „wir sind ja privilegiert, nicht mal systemrelevant, da geht es anderen noch viel schlechter“ oder „aber gut, so ist es halt, kann man nichts machen, muss man durch“. Inzwischen ist es mir schnurzpiepegal. Ich habe keine Lust mehr auf die Maßnahmen, will endlich wieder wahrhaftige Begegnungen, lange Umarmungen und Kulturbesuche ohne Maske und Test. Deshalb freute ich mich auch ganz besonders auf unseren Kurz-Urlaub an der Ostsee.

Sonnencreme, Handschuhe und Corona-Test neben Ruderbooten

Im Mai hatten wir uns im Kreis Lüchow-Dannenberg mit Freunden zur kulturellen Landpartie mit dem Rad verabredet. Die Veranstalter der Landpartie hatten längst verschoben, die Inzidenzwerte waren zu hoch und außerdem galt die Notbremse. Bis zum Schluss hatten wir gehofft und gebangt, doch der Vermieter der Unterkunft stornierte eine Woche vorher. Wir waren echt enttäuscht, unser erster kleiner Urlaub nach neun Monaten und gefühlt einem halben Jahr Lockdown. Unsere Freunde holten meinen Liebsten und mich aus diesem Enttäuschungsloch wieder heraus und buchten kurzerhand eine Ferienwohnung an der Ostsee.

Raspsfeld und dunkler Himmel im Hintergrund

Die erste Radtour an der Ostsee hatte alles zu bieten. Hagel, Weltuntergangstimmung, Sonne pur und herrliche Naturschauspiele

Es war wunderbar und sehr abwechslungsreich. Sonnencreme, Handschuhe und Ohrenschutz sowie Regenzeug war immer mit im Gepäck auf unserer Landerkundung mit dem Rad. Es stürmte, hagelte, gewitterte, die Temperaturen teils unter 10 Grad und dann, wenn die Wolken aufbrachen, brannte der Lorenz. Uns war alles recht, auch die vorgeschriebenen Corona-Test`s nahmen wir in Kauf. Als wir uns testen ließen, fragte ich mich allerdings, ob ich wirklich in Deutschland waren. Lange Schlangen, Unterlagen in dreifacher Ausfertigung ohne Anleitung und der Test selbst fand auf einem Plastikstuhl in einer offenen Garage für Ruderboote statt. Alle in der Schlange schauten mir dabei zu.

Ausflüge am Wochenende lassen mich für den Alltag auftanken

Ende Mai gingen dann insgesamt die Temperaturen hoch und es fühlte sich endlich warm und frühsommerlich an. Lange hatte ich die Ausflüge mit dem Rad vermisst. Nun ging es wieder auf Tour durch das Münsterland und das nördliche Ruhrgebiet. Ich liebe es, dem Wind entgegenzufahren, hier und da zu verweilen, der Kopf ist leer, die Gedanken frei. Hier ein See, dort ein Bachlauf, die unscheinbare Blüte am Wegesrand, die kuriosen Holzskulpturen im Vorgarten, die überraschend schönen kleine Dörfchen, die beeindruckende Kirche, so vieles, was erkundet werden will. Natur mit allen Sinnen genießen.

Blumen vor Himmel

Ich liebe Makro-Aufnahmen, vor 40 Jahren mit der analogen, dann digitalen und heute mit der Handy-Kamera

Mai 2021: Was sonst noch los war

  • Ich nehme weiter an der Weisheitsschule teil; mich trägt die Verbindung zu den Schwestern und die Online-Angebote bereichern meine Meditationspraxis
  • Durch meinen Liebsten nehme ich regelmäßig an Yoga-Einheiten online teil. Sanftes Yoga von karmaconcept. Genau das richtige am Abend.
  • Online-Führungskräfte-Seminar, Teil 2 ist erfolgreich zu Ende gegangen
  • Online-Seminar zum Thema „Vielfalt im Dialog“, Teil 1 startete kurzweilig mit 3 Stunden
  • Coaching mit einer Führungskraft aus der Verwaltung; das Thema Personal- und Organisationsentwicklung
  • Wir haben das erste Mal eine Öko-Gemüse-Kiste bekommen. Es ist ein Experiment und ich bin sehr gespannt.
  • Ich habe bei der Challenge #meetthebloggerde21 mitgemacht – zumindest bis Tag 7
  • Ich dokumenterte am 12.5. einen ganz normalen Bürotag mit Fotos und teilte sie in meiner Story – eine alte Bloggertradition unter #12von12
  • Ich habe mit diesem Beitrag 4 Blogbeiträge geschrieben – über meine Rituale am Morgen, über meine Erfahrungen mit #12von12 und eine Anleitung zur Reflecting-Team Methode

Was ich für Juni geplant habe

  • Die Texte des neuen Kunden für die Veröffentlichung abgeben
  • Führungskräfteseminar 2 Tage online
  • Mitarbeiterseminar „Vielfalt im Dialog“ Teil 2 und 3
  • Shakti-Dharma-Retreat im Wendland live
  • Urlaub auf dem Darß an der Ostsee

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